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29.11.2021

Probleme mit dem Kleingeschriebenen

Die Sperrung der alten Baarerstrasse kann überraschend im Blickfeld auftauchen; zumal eine Schranke mitten auf einer Landstrasse ungewöhnlich ist und dementsprechend nicht mit einer Barriere gerechnet wird. Bild: Claudia Schneider

Die Sperrung der alten Baarerstrasse kann überraschend im Blickfeld auftauchen; zumal eine Schranke mitten auf einer Landstrasse ungewöhnlich ist und dementsprechend nicht mit einer Barriere gerechnet wird. Bild: Claudia Schneider

Kaum in Besitz der Gemeinde musste die Barriere zwischen Arbach und Loreto ersetzt werden. Wie kommt die Sperrung des Schleichwegs eigentlich an im Quartier?

Von: Claudia Schneider

Scheinbar aus dem Nichts stand kurz vor der Eröffnung der Tangente Zug-Baar eine Schranke bei der Abzweigung Alte Baarerstrasse / Lüssiweg in Zug. Sie ermöglicht dem Bus Linie 14 die Durchfahrt zwischen Kantonsschule und Arbach, soll jedoch verhindern, dass die Strecke von Automobilisten als Verbindung zwischen Zug und Baar genutzt wird. Es handelt sich um eine flankierende Massnahme (Flama 4) als Bestandteil des Gesamtprojekts der Tangente Zug-Baar. Das heisst, sie wurde im Kleingeschriebenen als eine von diversen flankierenden Massnahmen schon in der Abstimmungsvorlage erwähnt.

Der kantonale Baudirektor Florian Weber betont, dass die Barriere zwischen Arbach und Loreto von der Gemeinde Baar gefordert wurde, dann öffentlich auflag und nach Rechtsgültigkeit vom Kanton auf Zuger Boden weisungsgemäss erstellt wurde.

Die Barriere kann überraschen und sollte besser erkennbar sein

Bis vor kurzem blieb die Barriere geöffnet – aufgrund technischer Probleme, sie bedienen zu können. Somit war es – wenn auch illegalerweise – weiterhin möglich, die Schranke zu passieren und den direkten Weg zwischen Inwil und Zug zu befahren.

Sichtbarkeit der Barriere sollte verbessert werden

Offiziell in Betrieb genommen und der Gemeinde Baar übergeben wurde das zwischenzeitlich intakt funktionierende Bauwerk am 12. November. Nur zwei Tage später war die geschlossene Barriere ramponiert. Ein Sprecher der Zuger Polizei sagt, vorab könne keine Aussage gemacht werden, ob die Barriere mutwillig oder aufgrund eines Unfalls demoliert wurde. Vorläufig ist auch unklar, wer den Schaden angerichtet hat: Die Gemeinde Baar hat eine Anzeige gegen unbekannt gemacht.

Leo Hagmann, Präsident des Quartiervereins Nachbarschaft Inwil-Arbach (Nabia), würde es nicht überraschen, wenn ein Unfall Ursache für den Schaden wäre: «Ein paar Katzenaugen an der Barriere wären hilfreich. In der Dämmerung sieht man die Schranke fast nicht. Und sie war jetzt monatelang offen.» Ausserdem überrascht nicht nur die Schranke selbst. Auf dem Lüssiweg ist es seit deren Einbau nicht möglich, dass zwei sich entgegenkommende Fahrzeuge kreuzen. Immerhin: Bis jetzt scheinen die Automobilisten aufeinander Rücksicht zu nehmen.

«Verkehrsaufkommen ist auf das Niveau vor 20 Jahren reduziert»

Es heisst, dass sich zahlreiche Anwohnende nerven, dass sie nun vom Arbach Richtung Walchwil den Umweg durch die Stadt Zug machen müssen. Aber nur eine Person kam diesbezüglich auf den Nabia-Präsidenten zu. «Wären es ­viele, würden wir aktiv auf die ­Gemeinde zugehen.» Hagmann nimmt zur Kenntnis, dass sich der Durchgangsverkehr auf der Strecke Loreto– Arbach seit dem Einbau der Schranke (bereits mit offener Barriere) stark reduziert hat. «Das Verkehrsaufkommen ist wie vor 20 Jahren, jetzt bräuchte es nicht mal mehr all die Hindernisse auf der Strecke.»

Bei der Gemeinde meldeten sich bezüglich der Schranke rund eine Handvoll Leute, erklärt Mediensprecher Silvan Meier. Die Barriere wurde nun ersetzt. «Wie bei allen Verkehrsinfrastrukturen geht der Schaden zu Lasten der Gemeindekasse», so Silvan Meier. Bis Redaktionsschluss konnte die Polizei den Schadensverursacher noch nicht ermitteln.