Stadt Zug
Historische Kirche wird umfassend restauriert
Bundesrat Martin Pfister findet in seinen Zuger Wurzeln die nötige Kraft. Foto: VBS-DDPS
Martin Pfister ist im März 2025 in den Bundesrat gewählt worden. Seit April 2025 leitet er das Departement für Verteidigung. Nach einem Jahr im Amt sprachen wir mit dem Baarer in Bern über Familie, Freunde und die Literatur.
Wenn man an Bundesräte denkt, kommen vielen zuerst politische Dossiers, Bundeshausdebatten und internationale Treffen in den Sinn. Doch hinter dem Amt steht immer auch ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Gewohnheiten, Interessen und einem Alltag, der über die Politik hinausgeht. Genau dort setzt unser Gespräch mit Martin Pfister an. Der Zuger Bundesrat ist vielen im Kanton seit Jahren auch als Historiker, als engagierter Bürger, als Familienmensch und als jemand, der seine Wurzeln in der Region nie verloren hat, bekannt. Wer ihm begegnet, merkt schnell: Neben der politischen Verantwortung spielen für ihn auch ganz persönliche Dinge eine wichtige Rolle. Zeit mit der Familie, Bewegung in der Natur oder ein gutes Buch können im hektischen Alltag ebenso wertvoll sein wie eine ruhige Stunde fernab von Terminen und Sitzungen. Gerade in einer Funktion, die stark von Öffentlichkeit geprägt ist, bleiben diese privaten Seiten oft im Hintergrund. Dabei erzählen sie viel darüber, wie jemand denkt, was ihn geprägt hat und wo er Energie für seine Aufgaben findet. Wie sieht der Alltag eines Bundesrats aus, wenn die Kameras ausgeschaltet sind? Welche kleinen Rituale helfen ihm, in einem dicht gefüllten Kalender den Überblick zu behalten?
Was hat Sie im ersten Jahr im Amt am meisten überrascht – vielleicht auch abseits der politischen Bühne?
Ich bin beeindruckt von der enormen Vielfalt meines Departementes und den spannenden Themen, mit denen ich mich jeden Tag beschäftigen darf. Die Stadt Bern ist zudem sehr lebenswert.
Wie hat sich Ihr Alltag als Bundesrat persönlich verändert – gibt es Dinge, die Sie besonders vermissen?
Mir fehlen meine Familie und Freunde. Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihnen – auch wenn ich mich jeden Tag freue, meine volle Energie für unser Land einsetzen zu dürfen.
Wo finden Sie Ausgleich zum oft intensiven politischen Alltag – gibt es Hobbys oder Rituale, die Ihnen besonders wichtig sind?
Meine Frau kommt oft nach Bern, wir kochen etwas Feines und essen gemeinsam – das gibt mir Ruhe und Ausgleich. Zudem lese ich nach wie vor gerne. Hie und da gibt es auch einen Jass.
Wenn Sie einen freien Tag im Kanton Zug verbringen könnten: Wie sähe Ihr perfekter Tag aus?
Keine Termine, spontaner Austausch mit Familie und Freunden, ein Spaziergang oder Joggen im Wald.
In unserem letzten Interview sagten Sie, dass Literatur den Horizont öffnet. Gibt es ein Buch, das Sie zuletzt besonders beeindruckt hat?
Das letzte Buch war «Der Tod kommt nach Zug» von Lorenz Müller.
Was möchten Sie den Menschen im Kanton Zug persönlich sagen – nicht als Bundesrat, sondern als Mitbürger aus Baar?
Engagiert euch politisch, sportlich, kulturell oder gesellschaftlich! Und tut alles mit einer guten Portion Zuversicht und Humor.
Uwe Guntern
Martin Pfister wurde 1963 geboren und wuchs in Zug und Allenwinden auf. Er absolvierte die Primarlehrerausbildung am Lehrerseminar St. Michael in Zug. Später studierte er Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg und schloss mit dem Lizentiat ab. Beruflich war Martin Pfister unter anderem als Lehrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Er arbeitete als Berater für Non-Profit-Organisationen und Verbände. In der Armee bekleidete Pfister zuletzt den Rang eines Obersts und war Chef Katastrophenhilfe der Territorialregion 3. Martin Pfister ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
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