Hochschulen
PH Zug verzeichnet erneut hohe Anmeldezahlen
Jarl Braun aus Oberwil bei Zug wurde für seine Maturaarbeit mit Gold sowie dem Sonderpreis «MILSET Expo-Sciences Europe (ESE)» ausgezeichnet. Foto: Schweizer Jugend forscht
Am FHNW Campus Muttenz ist der 60. Nationale Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht zu Ende gegangen. Die Prämierungsfeier bildete den Abschluss eines mehrtägigen Finales, an dem die besten jungen Forscherinnen und Forscher der Schweiz ihre Projekte präsentierten und von einer Fachjury bewertet wurden.
Insgesamt 114 Finalistinnen und Finalisten aus Gymnasien und der Berufsbildung hatten sich für den Wettbewerb qualifiziert. Hinter ihnen lag ein mehrmonatiger bis mehrjähriger Entwicklungsprozess, geprägt von eigenständiger Forschung, Experimenten, Datenauswertung und wissenschaftlicher Dokumentation. Der Wettbewerb gilt als einer der wichtigsten Nachwuchsanlässe im Bereich der Schweizer Forschungsförderung. Die Fachjury bewertete die Projekte nach wissenschaftlicher Qualität, Originalität und methodischer Umsetzung. Dabei wurden 33 Arbeiten mit Gold, 47 mit Silber und 25 mit Bronze ausgezeichnet. Zusätzlich wurden Sonderpreise im Gesamtwert von rund 230’000 Franken vergeben. Diese ermöglichen den Jugendlichen unter anderem die Teilnahme an internationalen Wissenschaftswettbewerben sowie Forschungsaufenthalte im In- und Ausland.
Viele der ausgezeichneten Projekte erhalten damit erstmals Zugang zu internationalen Netzwerken der Forschung. Die Stiftung betont, dass genau dieser Austausch ein zentrales Ziel des Wettbewerbs sei: junge Talente frühzeitig mit realen Forschungsumgebungen in Kontakt zu bringen. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Wettbewerbs lag erneut auf interdisziplinären Arbeiten, die wissenschaftliche Methoden mit praktischen Anwendungen verbinden. Auffällig war dabei die Bandbreite der Themen – von technischen Innovationen über medizinische Fragestellungen bis hin zu gesellschaftlichen und ökologischen Untersuchungen. Auch eine Maturaarbeit Jarl Braun aus Oberwil bei Zug wurde für seine Maturaarbeit mit Gold sowie dem Sonderpreis «MILSET Expo-Sciences Europe (ESE)» ausgezeichnet. Foto: Schweizer Jugend forscht aus dem Kanton Zug wurde ausgezeichnet.
Jarl Braun aus Oberwil bei Zug erhielt für seine Maturaarbeit das Goldprädikat sowie einen Sonderpreis für die Teilnahme an der MILSET Expo-Sciences Europe. Seine Untersuchung befasste sich mit der Frage, wie sich gezieltes Groundhandling – also Training am Boden vor dem Start mit dem Gleitschirm – auf das Stressniveau von Pilotinnen und Piloten auswirkt. Im Zentrum der Arbeit stand die Annahme, dass der Start im Gleitschirmsport eine besonders stressanfällige Phase darstellt. Gerade in dieser Phase können mentale und körperliche Faktoren entscheidend für die Sicherheit sein. Die Studie wurde mit 19 Flugschülerinnen und Flugschülern der Flugschule «Chill Out» in Interlaken durchgeführt. Über mehrere Versuchseinheiten hinweg wurden physiologische Werte wie Cortisol im Speichel, Herzfrequenz und Blutdruck gemessen und mit subjektiven Einschätzungen der Teilnehmenden kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere der Cortisolspiegel bei der Mehrheit der Teilnehmenden nach gezieltem Groundhandling sank. Dieser Befund wurde statistisch bestätigt und weist auf eine signifikante Stressreduktion hin. Bei Herzfrequenz und Blutdruck zeigten sich hingegen keine eindeutigen Veränderungen. Auch die subjektive Wahrnehmung der Teilnehmenden deutete tendenziell auf eine Verbesserung der Startsituation hin, wenngleich diese Werte statistisch nicht signifikant waren. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass Groundhandling im Gleitschirmsport nicht nur ein technisches Trainingselement ist, sondern auch einen messbaren Einfluss auf die Stressregulation haben kann. Dies könnte insbesondere in der Ausbildung von Pilotinnen und Piloten von Bedeutung sein. Die Stiftung Schweizer Jugend forscht sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Forschungsstandorts Schweiz. Junge Menschen sollen früh lernen, wissenschaftliche Fragen selbstständig zu bearbeiten und ihre Ergebnisse im internationalen Umfeld zu präsentieren. Mit dem 60. Wettbewerb wurde erneut deutlich, welches Potenzial im wissenschaftlichen Nachwuchs steckt. Die Projekte zeigen, dass Forschung bereits auf Stufe Gymnasium und Berufsbildung nicht nur theoretisch, sondern auch praxisnah, datenbasiert und international vernetzt stattfindet.
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